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Die Freiheit bewusst erleben

Suttner-Schule feiert Tag der deutschen Einheit

Mit Musik, Theater und einer kleinen, aber feinen Kunstausstellung beging die Bertha-von-Suttner-Schule in Kooperation mit dem Kulturring der Stadt Nidderau den 22. Jahrestag der Wiedervereinigung. Ein Anlass zur Freude sei dieser Tag, so Direktorin Manuela Brademann in ihrer Begrüßungsrede nach dem stimmungsvollen musikalischen Auftakt des Schulorchesters, aber ebenso ein Anlass des Gedenkens an die Opfer von Bespitzelung, Unfreiheit und Unterordnung. Und nicht zuletzt sei der 3. Oktober ein Anlass zur Mahnung und zur Wachsamkeit, um Unterdrückung und totalitäres Denken nie wieder zuzulassen. Besonders die junge Generation sei gehalten, sich die freiheitlich demokratischen Werte bewusst zu machen, die bis zum Tag des Mauerfalls den Menschen im anderen Teil Deutschlands vorenthalten wurden. Auch Nidderaus Stadträtin Monika Sperzel erinnerte daran, dass der 3. Oktober viel mehr als ein Feiertag, ein freier Tag sei, der von allen gesellschaftlichen Gruppen zum Anlass genommen werden sollte, sich Gedanken zu machen über ein wichtiges Gut, das für viele Menschen immer noch nicht selbstverständlich ist, nämlich Freiheit und Demokratie. Jürgen Reuling, erster Vorsitzender des Kulturrings Nidderau, dankte in seiner Grußrede besonders den Schülerinnen und Schülern der Musik-AG und der Theatergruppe, die durch ihr Engagement der von Stadt und Schule gemeinsam ausgerichteten Gedenkfeier zum Tag der deutschen Einheit nicht nur ihre ganz eigene, jugendnahe Prägung verliehen und damit die Veranstaltung zu ihrer eigenen gemacht, sondern auch den Status der Bertha-von-Suttner-Schule als Hessische Kulturschule auf eindrucksvolle Weise bestätigt hätten. „Das Leben schreit nach uns“ heißt das Theaterstück, das der Wahlpflichtkurs Darstellendes Spiel unter der Regie von Anne Schadt, pädagogische Koordinatorin der Suttner-Schule, bereits im letzten Schuljahr geschrieben und einstudiert und eigens für den Nationalfeiertag um einige Szenen erweitert hat. Es geht um Liebe und Eifersucht, Mobbing und Mode, Zukunftsträume und Zukunftsängste, und irgendwo in diese wichtigen Themen, die das jugendliche Gemüt der in den späten Neunzigern Geborenen bewegen, reiht sie sich ein, die abgewickelte DDR, als Schulaufgabe wie viele, als historische Epoche, die ebenso Geschichte ist wie die Steinzeit, das Mittelalter oder der Zweite Weltkrieg und der allenfalls in Gestalt einer Siebziger-Jahre-Motto-Party mit ebenso farbenfrohen wie schrägen Klamotten gehuldigt wird. So wichtig die Auseinandersetzung mit der Geschichte auch ist, das ist wohl eine Botschaft des Stückes, so wenig sollte sie doch eine Last sein beim Aufbruch ins eigene Leben, in dem Gegenwart und Zukunft naturgemäß mehr Bedeutung zugemessen werden als der Vergangenheit. Dass die jüngere Historie der beiden Deutschlands trotz alledem einen Platz im Denken der Schülerinnen und Schüler hat, davon zeugten die ausgestellten Kunstwerke, die am Rande der Feierstunde in der Aula zu besichtigen waren. Im Vorfeld des Nationalfeiertags hatte sich der neunte Jahrgang der Bertha-von-Suttner-Schule in Gesellschaftslehre, Deutsch und Kunst intensiv mit der Geschichte der DDR befasst und nach der Lektüre des biographisch geprägten Jugendromans „Weggesperrt“ von Grit Poppe ihre Ideen und Vorstellungen vom Leben im benachbarten Unterdrückungsstaat mit Texten, Bildern und Objekten wie Mauer und Stacheldraht ausdrucksvoll collagiert. In besonderer Weise inspiriert wurden sie dabei vom Besuch der im geschlossenen Jugendwerkhof Torgau aufgewachsenen Zeitzeugin Kerstin Kuzia, die auf Einladung der Lehrerin Sibylle Michelsen einen Vormittag lang den Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe von ihren Jahren in der Disziplinierungsanstalt berichtete. Als „bewegend, beklemmend, unfassbar ergreifend“ beschrieb Schulleiterin Manuela Brademann zum Abschluss ihrer Rede den im Rahmen dieses Fächer verbindenden Projektes zustande gekommene Vortrag, der den jungen Zuhörern nicht nur erschütternde Innensichten der DDR lieferte, sondern auch ihr Bewusstsein schärfte für den Wert der eigenen, kostbaren Freiheit in einem von demokratischen Werten geprägten Land.

S. Falk, Oktober 2012
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