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Hundertvierundzwanzig neugierige Kinder

Suttner-Schule begrüßt ihren jüngsten Jahrgang

Viele sonnige Tage an der Schule, neue Freunde und Spaß am Lernen: Mit diesen Wünschen und Verheißungen empfing Manuela Brademann, die neue Direktorin der Bertha-von-Suttner-Schule, die Mädchen und Jungen der fünften Klassen, die sich gemeinsam mit ihren Eltern und anderen Angehörigen zur Einschulungsfeier in der Aula versammelt hatten. Was für die frisch gebackenen Fünftklässler wichtig ist in den kommenden Wochen, illustrierte die Schulleiterin in ihrem Vortrag mit Bildern von Sonnenblumen, die in einem Feld zusammenstehen und trotzdem ihren eigenen Platz haben, sich gegenseitig stützen, die Blüten immer zum Licht drehen und von vielerlei Nutzen sind. „Werdet eine Klassengemeinschaft, geht respekt- und friedvoll miteinander um.“ Um diesem Auftrag, der von jedem einzelnen Verantwortung abverlangt, auch symbolisch Nachdruck zu verleihen, erhielt jedes Kind zur Erinnerung an diesen Tag eine frisch erblühte Sonnenblume mit der Bitte, sie pfleglich zu behandeln und ihre reifen Samen vielleicht später einmal im Schulgarten auszusäen. Überdies können die Neuankömmlinge von ihrer neuen Wirkungsstätte einiges erwarten: „Eine besondere Schule, die euch viele Möglichkeiten bietet und an der ihr euch ausprobieren könnt“, fasste die Schulleiterin zusammen, was sich die Nidderauer Integrierte Gesamtschule in den letzten Jahren erarbeitet hat: Schule mit musikalischem Schwerpunkt, Kulturschule, Umweltschule. Mit 124 Mädchen und Jungen ist der diesjährige Jahrgang zahlenmäßig etwas schwächer ausgefallen als der vorherige, aber immer noch stark genug, um fünf neue Eingangsklassen mit vier unterschiedlichen Schwerpunkten bilden zu können. Die Gesamtschule, seit mehr als zehn Jahren bereits „Schule mit Schwerpunkt Musik“, darf sich inzwischen als eine von fünf hessischen Schulen mit dem Label „Kulturschule“ schmücken und konnte neben der traditionellen Orchesterklasse zum zweiten Mal mühelos genug Interessenten gewinnen, um eine Klasse mit dem Schwerpunkt „Literatur und Theater“ einzurichten. Außerdem gibt es eine Profilklasse „Kunst“ und erneut zwei Klassen mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften. Worauf es bei der zugestandenen Bandbreite unterschiedlicher Vorlieben und Fähigkeiten für die Mädchen und Jungen in der Schule in den kommenden Jahren jedoch wirklich ankommt, brachte Schulelternbeiratsvorsitzende Sonja Jüngling in ihrer Begrüßungsrede auf den Punkt: „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden der Flamme“, zitierte sie den griechischen Philosophen Heraklit und beglückwünschte die Anwesenden zu ihrer Entscheidung für die Integrierte Gesamtschule, die ihrer Erfahrung nach den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auf ihren unterschiedlichen Lernwegen in vorbildlicher Weise Rechnung trage. Dass die Kinder in Zeiten des öffentlichen Spardiktats auf ihrem Weg in zunehmendem Maße auch auf materielle Unterstützung von außen angewiesen sind, darauf wies Georg Tolar vom Förderverein der Schule nachdrücklich hin und warb mit einem ebenso leidenschaftlichen wie launigen Plädoyer für eine Mitgliedschaft. Kleine und mitunter auch größere Anschaffungen, die das Budget der Schule sprengen, würden durch den Förderverein ermöglicht und erleichterten den Arbeitsalltag von Kindern und Lehrern. Auch Stufenleiter Joachim Kenner hieß seine neuen Schützlinge willkommen und freute sich über „123 neugierige Kinder“. Die fünf Klassenlehrerinnen und -Lehrer, die am Ende der von Chor und Bläserklasse umrahmten Einschulungsfeier ihre Schäfchen in Empfang und zum ersten Beschnuppern mit in die Klassenräume nahmen, können in den ersten Wochen auf tatkräftige Hilfe aus dem eigenen Haus zählen: Bei dem schon bewährten Klassenpatenpatenprojekt begleiten eigens für diese Aufgabe ausgebildete Jugendliche des neunten Jahrgangs in den ersten Wochen des Schuljahres die jüngsten Mitschüler morgens von den Bushaltestellen und Bahnhöfen der umliegenden Orte bis zur Schule und mittags wieder zurück. Darüber hinaus unterstützen die Klassenpaten besonders während der ersten Tage und Wochen die Klassenlehrer des fünften Jahrgangs, indem sie den Neulingen bei der Orientierung helfen, die noch ungewohnten Abläufe erklären, als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und bei kleineren Konflikten schlichtend eingreifen.

Susanne Falk, im August 2012 
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