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Abschaffung des Krieges als Lebensaufgabe

Suttner-Schule gedenkt ihrer Namenspatronin

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Vor einhundert Jahren, wenige Wochen vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, starb Bertha von Suttner, Friedensaktivistin, Schriftstellerin, engagierte Verfechterin der Gleichberechtigung von Mann und Frau und erste Trägerin des Friedensnobelpreises. Anlässlich des hundertsten Todestages ihrer Namenspatronin lud die Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau zu einer Gedenkveranstaltung mit Lesung und Festvortrag in die Aula der Schule ein. Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Schulchor konnte Direktorin Manuela Brademann in ihrer Begrüßungsrede eine Vielzahl von Ehrengästen willkommen heißen, darunter Ludwig Borowik vom Staatlichen Schulamt Hanau, den ehemaligen Schulleiter Winfried Röhling und den ehemaligen stellvertretenden Schulleiter Hilmar Riffel, Karin Rosbach, Oberstudiendirektorin des LOG Bruchköbel, den Schuldezernenten des Main-Kinzig-Kreises Mattias Zach, die Schulpaten Gerhard und Stefan Hotz, Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß und Gattin, den Vorsitzenden des Kulturausschusses Bernd Heinrich, Horst Körzinger von der Bürgerstiftung Nidderau, den ehemaligen Kreistagsabgeordneten Helmut Weider sowie Pfarrerin Simone Heider-Geist und Pfarrer Markus Heider.

Zum Auftakt der Gedenkfeier lasen die Schülerinnen Sina Velten und Julia Steul sowie die Lehramtsreferendarin Stefanie Weudmann die letzten Kapitel aus Suttners 1889 erschienenem Antikriegsroman „Die Waffen nieder!“. Seitdem am 5. April die Schauspielerin Gudrun Landgrebe die Vorlesungsreihe begonnen hatte, haben zahlreiche Nidderauer die Lesungen an verschiedenen Orten besucht und das berührende Schicksal der Romanheldin Martha Althaus verfolgt, die zwei Ehemänner und mehrere Familienmitglieder infolge des Krieges verliert. Unter dem Titel „Krieg dem Kriege. Die Frauenfriedensbewegung und der Erste Weltkrieg“ beleuchtete anschließend die Historikerin Prof. Dr. Kristina Schulz von der Universität Bern in einem ausführlichen Festvortrag die Entstehung und Entwicklung der Frauenbewegung als Reaktion auf die sozialen und politischen Verwerfungen in Europa vom Ende des 18. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkte des Vortrags waren der Höhepunkt der Frauenbewegung von 1890 bis 1912, der Den Haager Frauenfriedenskongress und der Einfluss Bertha von Suttners, die sich „die Abschaffung des Krieges zur Lebensaufgabe“ gemacht habe, so die Referentin.  Nach dem Vortrag dankte Direktorin Manuela Brademann den zahlreichen Mitwirkenden, die zum Zustandekommen der Veranstaltung beigetragen haben, sei es als aktive Leserin, beim musikalischen Rahmenprogramm, im Organisationsteam oder durch materielle Unterstützung. Der Festakt reiht sich ein in das Veranstaltungskonzept der „Kulturmeile“, mit dem die Bertha-von-Suttner-Schule in enger Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Ostheim den „doppelten Jahrestag“ im Gedenkjahr 2014 in ihr Schulleben einbettet. Nachdem nun die Lesereihe beendet ist und das Schülermusical  „Frieden in dieser Welt“ mit großem Erfolg aufgeführt wurde, konzentrieren sich die Arbeiten auf das nächste große Projekt: Am 3. Oktober wird in der Aula der Bertha-von-Suttner-Schule die Ausstellung „Hessische Landgemeinden im Ersten Weltkrieg“ eröffnet, die unter der Leitung von Professor Dr. Müller vom Historischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt konzipiert wird und bis zum 16. November zu sehen ist. Am 10. Juni wurde mit dem „Geburtstags-Projekttag“ zudem eine Tradition an der Nidderauer Gesamtschule begründet. Wie Schulleiterin Manuela Brademann in ausführte, soll in Zukunft der Geburtstag der Namenspatronin alljährlich in Form eines themengebundenen Projekttages gewürdigt werden. Da der eigentliche Geburtstag Bertha von Suttners, der 9. Juni, in diesem Jahr auf einen Feiertag fiel, näherten sich die Schülerinnen und Schüler einen Tag später in Form unterschiedlicher Projekte dem Leben und dem historischen Umfeld der Friedensnobelpreisträgerin. Krönender Abschluss des Projekttages war die Formation aller 800 Schülerinnen und Schüler und des Kollegiums zu den Initialen BVS auf dem Sportplatz. Noch intensiver mit den Themen Bertha von Suttner, Frieden und Krieg werden sich die Jugendlichen in den letzten Tagen vor den Sommerferien im Rahmen einer Projektwoche beschäftigen, in der z. B. Skulpturen entstehen, historische Kochrezepte ausprobiert, Filmszenen konzipiert und andere Vorhaben realisiert werden sollen, die zum Status der Bertha-von-Suttner-Schule als Kulturschule passen.  Eine Annäherung an die Ereignisse von 1914 vollzieht eine Schülergruppe auf andere Weise: Die Jugendlichen aus dem 9. Schuljahr, die sich bereits seit einigen Monaten außerunterrichtlich mit dem 1. Weltkrieg beschäftigen, reisen vom 14. bis 17. September nach Verdun und Ypern in Flandern und besuchen die dortigen Gedenkstätten. Und damit das Thema Frieden auch im täglichen Miteinander der Suttner-Schülerinnen und –schüler verankert wird, sollen ab dem kommenden Schuljahr Mädchen und Jungen zu Streitschlichtern ausgebildet werden.

S. Falk, im Juni 2014
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