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Schneidiger Husar, braves Soldatenweiblein

„Die Waffen nieder“ mit Gudrun Landgrebe in der Bertha-von-Suttner-Schule – Auftakt der „Kulturmeile“

Als die österreichische Armee am 29. April 1859 in Piemont einmarschiert, geht für den  22jährigen Arno Dotzky ein lang ersehnter Traum in Erfüllung: „So ein frischer fröhlicher Krieg muss ja was Herrliches sein“, begeistert sich der junge Offizier, stürzt sich voller Tatendrang ins vermeintliche Abenteuer und verliert sein Leben gleich in einem der ersten Feldzüge des Sardinischen Krieges. Der Verlust des geliebten Ehemanns ist für seine neunzehn Jahre junge Witwe Martha ein traumatisches Erlebnis. Nicht länger will sie nun das „brave Soldatenweiblein“ sein, sondern entwickelt sich zu einer überzeugten Pazifistin, die die immer wiederkehrenden Kriege radikal in Frage stellt und dafür plädiert, die Waffen niederzulegen und sich friedlich zu verständigen. Das ist das Thema in Bertha von Suttners Roman „Die Waffen nieder“, der in den kommenden Wochen in Nidderau an verschiedenen Orten und von verschiedenen Personen vorgelesen wird. Der Auftakt der Lesereihe fand in der Bertha-von-Suttner Schule statt, Ehrengast war die renommierte Schauspielerin Gudrun Landgrebe, die die ersten Kapitel des Romans in der voll besetzten Aula der Gesamtschule vorlas. Vor der Lesung begrüßte Schulleiterin Manuela Brademann Publikum und Gäste und stellte das Projekt der „Kulturmeile“ vor, in dessen Rahmen das Buch der Friedensnobelpreisträgerin und Namenspatronin der Nidderauer Gesamtschule Bertha-von-Suttner, die vor 100 Jahren starb, der erste von mehreren Meilensteinen ist. Im Mittelpunkt steht eine Ausstellung zum 1. Weltkrieg und zum Alltagsleben in den hessischen Landkommunen in den Jahren 1914-18, die im Herbst in der Bertha-von-Suttner-Schule mehrere Wochen lang zu sehen sein wird. Die Initiative dazu kam von Pfarrer Otto Löber sowie Heinrich Pieh und Prof. Dr. Jürgen Müller vom Heimat- und Geschichtsverein Ostheim, die das Projekt wissenschaftlich begleiten. Auch eine Schülergruppe des Jahrgangs 9 hat sich formiert, die außerhalb des Unterrichts intensiv und engagiert historische Dokumente auswertet und sich mit den Auswirkungen des ersten Weltkriegs auf das Leben und die Bevölkerung in und um Nidderau beschäftigt. Bei ihrer Forschungsarbeit betreut und angeleitet werden die Jugendlichen von der Geschichtslehrerin Karin Braun und der Lehramtsreferendarin Stefanie Weudmann.
Dr. Müller, Historiker an der Goethe-Universität Frankfurt und kreativer Ideengeber des Projekts, gab in seiner Rede einen kurzen Überblick über das Leben und Werk der Bertha von Suttner, die eine der führenden Repräsentantin der deutschen und internationalen Friedensbewegung war. Sie nahm an zahlreichen Friedenskongressen teil und widmete seit 1890 ihr ganzes Leben dem Kampf gegen den Krieg und für den Frieden. Den Gipfel ihres Ruhmes erreichte sie im Jahr 1905, als sie als erste Frau den Friedensnobelpreis erhielt. Sie galt als die bedeutendste Frau der Gegenwart und stand in Kontakt mit wichtigen Politikern wie dem amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt oder Industriellen wie Andrew Carnegie. Gleichwohl gelang es Bertha von Suttner und der internationalen Friedensbewegung nicht, die Nationen zur friedlichen Lösung von Konflikten zu bewegen.

Nach der Lesung, die von Julia Balser mit der Oboe und Schulpfarrer Andrew Klockenhoff am Klavier musikalisch umrahmt wurde, signierte Frau Landgrebe eine 100 Jahre alte Ausgabe des Romans „Die Waffen nieder“ und trug sich außerdem ins Goldene Buch der Stadt Nidderau ein. Die nächste Lesung, diesmal mit Franziska Reichenbacher, findet am 13. April ab 20 Uhr im Schlosskeller Windecken statt, es gibt wieder eine kurze Einführung von Dr. Müller und anschließend ist Gelegenheit zur Diskussion. Musikalisch begleitet wird diese Lesung durch das Big Monday Sextett. Die Termine für die weiteren sieben Lesungen an öffentlichen Orten in Nidderau sind im Internet unter http://www.landgemeinden-im-weltkrieg.de/index.php/projekt/nidderau-liest zu finden.

S. Falk, 8. April 2014
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