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Wenn die Kinder was zu sagen hätten…

Glanzvolle Musicalpremiere der Bertha-von-Suttner-Schule

Das kleine Dorf bietet ein Bild des Jammers: Die engen Gassen sind zugemüllt, von den Hausfassaden blättert die Farbe großflächig ab, die Fensterscheiben starren vor Dreck, das Schulhaus ist mit Graffiti beschmiert. Den erwachsenen Bewohnern scheint der verlotterte Zustand ihres Gemeinwesens egal zu sein, sie verbringen ihre Zeit beim gemütlichen Schoppen im Wirtshaus oder beim Tratsch am Dorfbrunnen. Da schickt ihnen eine geheimnisvolle Macht zur Warnung und Strafe einen blauen Zauberstrahl, der alle Erwachsenen des Dorfes in Tiefschlaf versetzt. Die Kinder übernehmen sofort die Verantwortung für sich selbst, die kleinen Geschwister und das Vieh, organisieren Nachtwachen, putzen das Dorf heraus und integrieren zu guter Letzt auch noch die Schmuddelkids aus dem Nachbarort, die eigentlich zum Plündern herübergekommen sind. Als die Erwachsenen aus ihrer Ohnmacht erwachen, müssen sie beschämt feststellen, dass der Nachwuchs ihnen einiges voraus hat an Gemeinsinn, Verantwortungsbewusstsein, Tatkraft und Toleranz. Das funktionierende Miteinander im Kleinen als Keimzelle und gleichzeitig Vorbild für den Frieden auf dieser Welt – das ist die Geschichte des Musicals „Die Kinder von Girouan“ von Hans-Georg Wolos und Margarethe Johannsen, zu dem die Bertha-von-Suttner-Schule zu zwei Aufführungen am Wochenende in die Willi-Salzmann-Halle in Nidderau geladen hatte. Und obwohl sich mit Chor, Schauspielensemble und Orchester zeitweise mehr als einhundert Aktive auf der Bühne drängten, klappte alles wie am Schnürchen und das Publikum erlebte eine gelungene Inszenierung voll Musikalität und Spielfreude. Bis es jedoch soweit war, haben die Mädchen und Jungen mit ihren Lehrkräften und Betreuern einen langen und arbeitsreichen Weg hinter sich gebracht. Vor rund einem Jahr wurde die Idee zu einer Musicalaufführung zum Thema „Frieden“ geboren, wie Schulleiterin Manuela Brademann in ihrer Begrüßungsrede ausführte. Anlass war die magische Jahreszahl 2014: Der Todestag Bertha von Suttners, Namenspatronin der Schule und erste Trägerin des Friedensnobelpreises, jährt sich zum hundertsten Mal, ebenso der Beginn des ersten Weltkriegs. Leonore Kleff, bewährte Musikpädagogin der Schule und Regisseurin zahlreicher Musicals, begeisterte Anne Schadt, Lehrerin für Darstellendes Spiel und bewährte Regisseurin zahlreicher Theaterstücke und die Schulleiterin Manuela Brademann für die Idee, mit Schülerinnen und Schülern ein Singspiel einzustudieren.
Mit Beginn des Schuljahres machten sich die beteiligten Klassen, Kurse und Lehrkräfte an die Arbeit: Texte mussten umgeschrieben und gelernt, Szenen einstudiert, Lieder geprobt, Orchesterstücke erarbeitet werden. In den Kunstwerkstätten wurden Kulissen gemalt und Requisiten gebaut. Ein ganzes Schuljahr lang trafen sich jeden Dienstagnachmittag die verschiedenen Ensembles zur Theater- oder Musikprobe und konnten in diesem gemeinsamen „Kulturfenster“ erproben, wie weit das Zusammenspiel von Musik und Sprechtheater schon klappte. Tatkräftig unterstützt von außerschulischen Fachkräften bei der künstlerischen Arbeit und Sponsoren aus der heimischen Wirtschaftwelt zur finanziellen Realisierung entstand nach und nach das Gemeinschaftswerk, mit dem die Bertha-von-Suttner-Schule ihren Status als Kulturschule aufs schönste bestätigen konnte. Stehende Ovationen gab es nach der Premiere vom begeisterten Publikum, und Schulleiterin Manuela Brademann hatte eine Menge „Dankeschöns“ in Form farbenprächtiger Blumensträuße an die Verantwortlichen zu verteilen, allen voran Leonore Kleff für die künstlerische Gesamtleitung und musikalische Gestaltung der Aufführung. Chor und Orchester wurden von Elisabeth Kretzschmar-Wegener, Peter Ripkens, Conny Meister, Christopher Scheld und Jan Härterich vorbereitet und betreut. Für Regie, Choreographie und Kostüme zeichneten Anne Schadt und Viola Blaha verantwortlich, künstlerisch beraten von Benjamin Baumann, Regisseur, Schauspieler und zur Zeit Lehrer für Darstellendes Spiel am LOG Bruchköbel. Unterstützt wurden die Theaterleute von Frau Schwartz, Klassenlehrerin der ,,Dorfkinder", die sich während der Proben rührend um das Wohlergehen ihrer Schützlinge kümmerte und dafür sorgte, dass das soziale Miteinander nicht nur im Spiel, sondern auch hinter der Bühne klappte.
Der Kulissenbau oblag Sybille Michelsen und Andrea Sinn, für die Gestaltung des Programmheftes waren Sybille Michelsen, Beatrice Andert und Kai Erchinger zuständig. Gudrun Demmer engagierte sich sehr in der Musical-Projektgruppe und verstärkte auch als Violistin das Geigenensemble während der Musicalaufführungen. Um die Maske kümmerte sich Simone Bunse, für Licht und Ton sorgte Patrick Bilke von Bilke event, die Technik wurde von Jan Härterich unterstützt, die Videoaufnahmen oblagen Kai Erchinger. Die Aufführung des Musicals „Frieden auf dieser Welt“ war nicht nur der Höhepunkt des Schuljahres an der Bertha-von-Suttner-Schule, sondern gleichzeitig auch die Abschiedsvorstellung von Leonore Kleff, die in den Jahrzehnten ihres Wirkens als Pädagogin und Chorleiterin musikalische Meilensteine gesetzt hat und das kulturelle Leben in und um Nidderau mit ihren legendären Musicalinszenierungen bereicherte. Dafür gab es am Premierenabend Worte der Anerkennung und des Dankes von Bürgermeister Gerhard Schultheiß, der die Leistungen der angehenden Ruheständlerin für das Gemeinwesen würdigte und seiner Gewissheit darüber Ausdruck gab, dass die Leidenschaft Leonore Kleffs für die Musik auch ihren neuen Lebensabschnitt bestimmen und sie den Bürgern Nidderaus auch in der Zukunft großartige Aufführungen schenken werde.

S. Falk, 16. Juni 2014
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