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Nicht mit dem Leben spielen

Verkehrserziehung aus erster Hand für Fünftklässler der Suttner-Schule 

Der freche Olli hat noch mal Glück gehabt. Die Begegnung mit den Untoten Peter, Philipp und Nicole, die nach Leichtsinnsunfällen mit tragischem Ausgang in der Umgebung der Bahnanlagen herumgeistern und dort für alle Ewigkeit eine Art jenseitiger Schicksalsgemeinschaft bilden müssen, erweist sich als Traum mit erzieherischer Wirkung: Olli wird in Zukunft nicht mehr am Gleiskörper spielen oder vorbeifahrende Züge mit Steinen bewerfen. „Ollis Chance“ heißt der knapp zehnminütige Trickfilm der Bahnpolizei, der mit sparsamen Worten, dafür umso eindringlicheren Bildern und Geräuschen die Mädchen und Jungen des Jahrgangs 5 der Bertha-von-Suttner-Schule für die Gefahren sensibilisierte, mit denen sie sich auf ihrem täglichen Schulweg mit und an der Bahn auseinanderzusetzen haben. Bahnfahren ist völlig ungefährlich, aber nur, wenn man sich auskennt und richtig verhält, so lautete die Botschaft von Polizeihauptkommissar Maurice Vogelmann, Präventionsbeauftragter der Bundespolizei, der auf Einladung von Stufenleiter Joachim Kenner in der Aula der Schule seinen bildgewaltigen Vortrag hielt und die Kleinsten im täglichen Pendlerstrom mit Hilfe knallharter Fakten aufklärte. Mit seinen Methoden war er dabei durchaus nicht zimperlich. Denn nicht nur die drei unglücklichen Trickfilmfiguren haben reale Vorbilder, auch die Beispiele, mit denen Vogelmann den Kindern die direkten und indirekten Gefahren der Bahnumgebung nahe brachte, stammen aus der selbst erlebten Praxis. Da war zum Beispiel der fünfzehnjährige Jonas, der seiner neuen Freundin imponieren wollte und beim Herumklettern auf Waggons der Oberleitung mit ihren 15000 Volt zu nahe kam. Jonas lag sechs Wochen im künstlichen Koma, die schrecklichen Vernarbungen seiner zu siebzig Prozent verschmorten Hautoberfläche werden ihn sein Leben lang kennzeichnen und haben auch die Freundin vergrault, der er so gerne zeigen wollte, wie cool er war. Noch schlimmer traf es die drei Mädchen an der Frankfurter Station „Sportfeld“, denen der Weg durch die Unterführung zu weit schien und die deshalb den direkten Weg über die Gleise wählten. Gegen den Intercity hatten sie keine Chance. Die Sechzehnjährige, die miterlebte, wie ihre beiden Freundinnen vom Sog des vorbeirasenden Zuges erfasst und zerfetzt wurden, wird noch lange psychologische Betreuung benötigen, wusste der Polizeihauptkommissar zu berichten. Auch von 900 Unfalltoten an Bahnhöfen und Gleisen, die die Bundespolizei jedes Jahr verzeichnet, die meisten davon durch Leichtsinn und falsches Verhalten verursacht. Und er erzählte von den lebensgefährlichen Spielen und Mutproben, mit denen sich Schulkinder auf Bahnhöfen die Wartezeit gerne verkürzen und die Zugreisende besonders in der Umgebung von Schulen nahezu täglich beobachten können: Herumfläzen auf den Bahnschwellen, Fußballspielen im Schotterbett, Platzieren von Münzen, Steinen, Betonbrocken oder auch Metallstangen auf den Gleisen - nur um zu sehen, ob etwas passiert. Letzteres könne bis zum Entgleisen des Zuges führen, so Vogelmann warnend. Gefährdet sei aber auch, wer in seine virtuelle Handywelt abtauche und blind und taub für die Umgebung nicht mehr in der Lage sei, heran nahende Züge rechtzeitig wahrzunehmen. Immer mehr Unfälle dieser Art verzeichnet die Polizei jedes Jahr. Je nach Geschwindigkeit benötigt eine Lok einen Bremsweg von ein bis zwei Kilometern, rechnete der Präventionsbeauftragte vor. Kein Lokführer hätte also eine reelle Chance, seinen Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen, wenn er spielende Kinder im Gleisbett oder träumende Spaziergänger auf dem Bahnübergang entdecke. Was die mit Aufklärung und Information voll gepackte Schulstunde den Fünftklässlern der Bertha-von-Suttner-Schule an Erkenntnis gebracht hat, fasste ein Schüler am Ende in schlichter Klarheit überzeugend zusammen: „Wenn man einmal Scheiße baut, kann man sich das ganze Leben versauen.“ Zu ergänzen blieb dem Polizeihauptkommissar da nur noch ein trockenes: „…oder sogar beenden.“

S. Falk,15.09.2016 
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