„Digital Natives“:

Sicher in der digitalen Welt

„Cybermobbing“, „Cybergrooming“, „Hate Speech“, „Sexting“ und „Sextortion“ – zahlreiche Begriffe, die Gefahren in der digitalen Welt beschreiben, welche die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Kinder beeinträchtigen, sind vielen Erwachsenen gar nicht geläufig.

Die Bertha-von-Suttner-Schule nahm dies zum Anlass, einen Informationselternabend für die Eltern des neu eingeschulten fünften Jahrgangs zu veranstalten. Julia Koch, Schutzfrau der Polizeistation Langenselbold, und Katja Uffelmann-Kreis, Jugendkoordinatorin der Polizeidirektion Main-Kinzig, führten die Erwachsenen in die vielfältigen Problematiken der sozialen Medien ein, mit dem Ziel zu sensibilisieren, den Blick auf die digitalen Handlungen der Kinder zu schärfen, aber auch konkrete Handlungsmöglichkeiten und Hilfestellungen an die Hand zu geben. Zahlreiche Interessierte wurden in der Aula von Schulleiter Harald Klose und der Stufenleiterin 5/6 Iris Geiborg begrüßt.

Vor allem WhatsApp, Instagram, Snapchat und TikTok sind beliebte Onlineangebote, die trotz des Mindestalters von 13 Jahren auch von Jüngeren genutzt werden. Die Zeit, die die Kinder und Jugendlichen am Bildschirm verbringen, ist insgesamt hoch. Eltern sollten ihre Kinder daher im digitalen Raum begleiten und darauf achten, dass gemeinsam festgelegte Regeln eingehalten werden. Denn die Gefahr ist real; laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik sind die Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie seit 2017 massiv angestiegen. Dabei geht es sowohl um ihr Verhalten im digitalen Raum als auch um den bewussten Umgang mit realen und ausschließlich virtuellen Freundschaften. Die genutzten Geräte und Anwendungen sollten altersgerecht eingestellt und geschützt werden.

Die beiden Referentinnen erläuterten eindrucksvoll, dass beispielsweise „Cybermobbing“ das Beleidigen, Bloßstellen, Bedrohen und Diskriminieren von Personen, auch durch Fotos, Lügen oder Gerüchte, im digitalen Raum meint. Das Versenden und Empfangen selbstproduzierter, freizügiger Aufnahmen wird wiederum als „Sexting“ bezeichnet. Eine große Gefahr ist dabei die Weitergabe an Dritte, die zu Mobbing und sozialer Ausgrenzung führen und strafrechtlich relevant sein können. 

Wichtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern kommunizieren und bei Gefahren adäquat reagieren. Während bei „Cybermobbing“ und „Hate Speech“ Screenshots, Chat- und Gedächtnisprotokolle mit genauen Daten zur Beweissicherung angefertigt werden sollten, sieht es bei pornografischen Inhalten anders aus. Diese sollten unverzüglich und direkt der Polizei gemeldet werden.

Die Bertha-von-Suttner-Schule bedankt sich bei den beiden Referentinnen für den informativen und praxisnahen Abend, der Eltern und Erziehungsberechtigte darin bestärkte, ihre Kinder auf dem Weg zu einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien aufmerksam zu begleiten.


Bericht: Julia Hiekel
Fotos: Kai Erchinger